Die Wunderwelt der Gräser - Lust auf Oasen im Rasen?

17. April 2026 | Artenvielfalt, Lebensräume

Gräser sind mit ca. 20 % die häufigsten Pflanzen auf der Erde und bedecken ca 40 % der Landmasse. Sie sind als Ursprung sämtlicher Getreidearten und als Nahrung unserer Nutztiere die Grundlage der menschlichen Zivilisation.

Oase im Rasen  (© Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen/Thorsten Kranz)

Die große Vielfalt an Wildgrasarten ist das Erfolgsrezept dieser Pflanzengruppe, die sich aus der Anpassung an extrem unterschiedliche Standort-Anforderungen entwickelt hat. Gras wächst nach Flächenbrändenden wie Phönix aus der Asche, weil die Basis der meisten Halme gut geschützt unter der Erde liegt. Ebenso gedeiht es unter den harten arktischen Bedingungen, weil es auch dort unter Eis und Schnee nur schlummert. Folgen nach extremen Dürreperioden plötzliche Regenmassen, können bestimmte Gräser im stehenden Wasser weiterwachsen, wo andere Pflanzen ertrinken würden. Sie sind Überlebenskünstler von Tibet bis zu den Seegraswiesen in den Ozeanen.
Die kurzgehaltenen Rasenflächen unserer Gärten dienen häufig nur als "lebender Teppich" , in denen Gräser bestenfalls ein Bonsai-Leben führen. Wo finden sich noch Grasflächen, die ein paar Monate lang ungestört wachsen dürfen? Gegenüber einer kurzgeschorenen Rasenfläche bieten Oasen im Rasen, in denen Gräser einige Monate oder dauerhaft wachsen dürfen, Insekten und anderen Tieren einen wertvollen Lebensraum. Die BUND-Kreisgruppe Wesel hat zur Wunderwelt der Gräser einen Flyer erstellt, der hier heruntergeladen werden kann.

Mähfreier Mai - und der Rasen blüht auf!

Welchen Teil der Rasenfläche nutzen wir wirklich aktiv? Welchen Teil könnten wir länger wachsen lassen? Um den Rückgang von Insekten aufzuhalten, kann ein anderer Mährhythmus einen wertvollen Beitrag leisten. Wo nicht regelmäßig gemäht wird, können sich bunte, blühende Wiesen entfalten. Mit dem Nahrungsangebot steigt nicht nur die Anzahl der Insekten, auch Vögel profitieren: Fast alle heimischen Gartenvogelarten verfüttern proteinreiche Insekten an ihre Jungen. Andere Vogelarten wie z. B. Finken und Spatzen, brauchen die Samen von Wildpflanzen für ihre Ernährung.
Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Kann Gras höher wachsen, bildet es mehr Wurzelwerk aus und wird während einer Dürreperiode nicht so schnell braun.

Mit dem „Mähfreien Mai“ kann jeder im eigenen Garten aktiv mit dazu beitragen, die Vielfalt an blühenden Wildpflanzen und Gräsern zu erhöhen.

Wer noch mehr tun will:

Wer noch mehr für die Artenvielfalt tun möchte, sollte nur einmal zeitig im Frühjahr mähen und dann erst wieder ab Oktober. Wir empfehlen, auf jeden Fall abschnittsweise zu mähen, wobei 1/3 der Fläche im Winter stehen bleiben sollte.
Tipp: Halten Sie Laufwege und Ränder kurz. Die entstehenden Blumeninseln zwei bis drei Mal im Jahr mähen. Dabei gerne zeitversetzt arbeiten, dann finden Insekten Rückzugsräume.

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