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BUND-Kreisgruppe Wesel

Bergehalde Lohmannsheide

Landschaftsbild der Bergehalde Lohmannsheide Bergehalde Lohmannsheide  (Ingo Reiß / Ingo Reiß)

Die Natur hat sich die Bergehalde, die seit den 1990er Jahren nicht mehr genutzt wird, zurückerobert. Sie ist Heimat von Zauneidechsen, Kreuzkröten, Libellen und zwei weiteren, seltenen Insekten, der Blauflügeligen Sandschrecke und der Blauflügeligen Ödlandschrecke. Kleine, inzwischen mit Rohrkolben zugewachsene Tümpel bieten Kamm- und Teichmolchen ein Laichgewässer. Die Planung sieht allerdings vor, die Halde zukünftig als Deponie zu nutzen. Bedingt durch die Nutzung des Areals als Halde, bestehen bereits Vorbelastungen, insbesondere des Grundwassers. Diese Belastungen verschlimmern sich durch die erneute Nutzung der Halde als Deponie. Mehr dazu in einer Informationsschrift der Moerser Ortsgruppe des BUND.

Am 09. September haben Mitglieder der Kreisgruppe Wesel eine Exkursion zur Bergehalde unternommen und sich die Situation vor Ort angeschaut. Im Regen ging es los, doch dann schaute die Sonne durch die Wolken auf Wildrosensträucher voll mit Hagebutten und Sanddornbüsche, deren orangefarbene Beeren im Licht vor Feuchte glänzten. Eine Zauneidechse brachte sich schnell unter einem Busch in Sicherheit und Teichmolche findet der, der weiß, wo er sie suchen muss.

 

Januar 2018: Probebohrungen auf der Bergehalde Lohmannsheide

Probebohrung auf der Bergehalde Lohmannsheide, Bohrwagen Probebohrung auf der Bergehalde Lohmannsheide, Bohrwagen  (Ingo Reiß / Ingo Reiß)

Die Firma DAH1 (Deponien auf Halden), ein Gemeinschaftsunternehmen der RAG Montan Immobilien GmbH und der AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH, ist Betreiber der Halde und möchte diese zukünftig wieder als Deponie für gering belastete Abfälle der Gefahrenklasse DK1 nutzen.
Ingo Reiß, Mitglied in der BUND-Ortsgruppe Moers und der BUND-Kreisgruppe Wesel setzt sich aktiv für den Erhalt des Biotops ein und weist auf weitere Probleme durch eine erneute Inbetriebnahme der Halde hin: Aus laufenden Grundwasseruntersuchungen liegen Hinweise auf erhöhte PAK-Gehalte im Grundwasser unterhalb der Ablagerungen vor (PAK = Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, z.B. Anthracen, Naphthalin). Welche Auswirkungen eine erneute Aufstockung der Deponie und damit ein größerer Druck auf die darunterliegende Fläche hat, ist derzeit nicht geklärt. Und, obwohl die Bergehalde auf Duisburger Stadtgebiet liegt, werden durch eine Neuinbetriebnahme der Halde, nicht nur die Natur, sondern auch viele Moerser Bürger die Leidtragenden sein: Bis zu 100 Lastwagen würden meist über Moerser Straßen zu der auf Duisburger Gebiet liegenden Bauschuttdeponie fahren.

In den letzten Monaten konnte Ingo Reiß einen Teil der Moerser Politiker bereits für die Probleme, die durch eine Neuinbetriebnahme der Halde entstehen, sensibilisieren. Die CDU Moers, sowie CDU Duisburg stehen dem Projekt – Stand Herbst 2017 - ablehnend gegenüber. So heißt es: Die Restkapazität der Halde - das sind 3,4 Mio. Kubikmeter DK1-Material, das entspricht 5,4 Mio. Tonnen  – auszunutzen, wäre den Bürgern gegenüber grob fahrlässig. Das Risiko, die Gesundheit der Menschen durch verunreinigtes Grundwasser zu gefährden, ist zu hoch. Außerdem stuft die CDU die verkehrstechnische Anbindung als mehr als kritisch ein. Dieser Einschätzung können wir uns nur anschließen:
Das Gelände um die Halde liegt bei etwa 25 Meter über Meereshöhe und die derzeitige "alte" Halde ragt knapp 20 Meter darüber hinaus. Da sollen noch mal ca. 40 Meter draufkommen, sodass am Ende die Deponie das Umland um 60 Meter überragen wird. Ein ganz schöner Berg! Man rechnet beim Anlieferbetrieb - immerhin 15 Jahre - mit 13 LKW pro Stunde, in der Spitze auch bis zu 26 LKW. Ganz schön viel Betrieb.  

Trotzdem wurden im Januar 2018 Probebohrungen durchgeführt und das Scoping-Verfahren ist angelaufen. 

Informationsschrift der Ortsgruppe Moers zur Bergehalde Lohmannheide (PDF-Download (1,68 MB))

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