An der Schermbecker Landstraße in Wesel blühen die Wiesen-Margeriten (Leucanthemum vulgare) und erfreuen Menschen und Insekten gleichermaßen
(© Angelika Eckel)
Die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) ist als klassische heimische Wildblume ein Magnet für viele Insekten unterschiedlicher Arten. Ihre großen, ungefüllten Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle. Insbesondere für Insekten mit kurzem Rüssel sind Nektar und Pollen leicht zugänglich. Ihr Nektar- und Pollenwert beträgt jeweils 2 auf einer Skala von 0 bis 4 (kurz: N2P2). Wiesen-Margeriten erhalten Besuch von etwa 80 Wildbienenarten, und jeweils mehr als 10 Schwebfliegen- und Schmetterlingsarten. Auch einige Käferarten sind regelmäßig auf ihren Blüten zu finden.
Die Vorteile der Wiesen-Margeriten-Blüten für Insekten im Überblick
🔓 Leichte Zugänglichkeit: Durch die flache, offene Form der Korbblüte können auch Insekten mit sehr kurzen Mundwerkzeugen (wie Käfer oder Schwebfliegen) problemlos an die Nahrung gelangen.
🟡 Wertvolle Pollenquelle: Der goldgelbe Blütenmittelpunkt liefert reichlich proteinreichen Pollen, den insbesondere Wildbienen (z. B. Sandbienen, Furchenbienen und Maskenbienen) für die Aufzucht ihrer Brut sammeln.
⛽ Nektar für Flieger: Die Blüten produzieren reichlich Nektar, der Schmetterlingen, Hummeln und Wespen als wichtige Energiequelle, sozusagen als Flugbenzin, dient.
🐛 Futterpflanze für Raupen: Die Blätter der Pflanze dienen den Raupen verschiedener, teils selten gewordener Schmetterlingsarten (wie bestimmten Bläulingen und Feuerfaltern) als lebensnotwendige Nahrung.
🎯 Visueller Schauapparat: Die leuchtend weißen Randblätter und die gelbe Mitte zusammen mit ihrem intensiven Duft wirken wie ein weithin sichtbares "Landeplatz-Signal" für Bestäuber.
Wie pflanze ich die Wiesen-Margerite im Garten bzw. auf dem Balkon?
Für die mehrjährige, pflegeleichte Wiesen-Margerite eignet sich am besten ein magerer, nährstoffarmer Boden in der Sonne oder im Halbschatten. Sie wächst im Blumenbeet, auf einem Stückchen Wiese und sogar im Blumenkübel. Außerdem lässt sie sich gut mit anderen Wildblumen kombinieren, wie Wiesen-Salbei, Lichtnelken, Wiesen-Storchschnabel und Flockenblume. Die Aussaat der Wiesen-Margerite kann von März bis Juni erfolgen. Das Saatgut sollte nur leicht in die Erde gedrückt werden, da die Wiesen-Margerite ein Lichtkeimer ist. Die Samen keimen nach etwa 1-2 Wochen.
Wiesen-Margeriten-Pflanzen gibt es auch in Gärtnereien, die heimische Wildpflanzen anbieten. Ältere Pflanzen verholzen an der Staudenbasis. Die Teilung der Pflanze ist bei der Wiesen-Margerite die mit Abstand beste, einfachste und erfolgreichste Methode, um Ableger zu gewinnen. Sie verjüngt die Pflanze gleichzeitig und regt sie zu neuem Wachstum an. In der ersten Zeit bei Trockenheit gießen, bis sich der Ableger eingewurzelt hat.
Im Klimawandel mit zunehmend heißen Trockenperioden von Vorteil: Die Wiesen-Margerite - wie viele andere Wildpflanzen auch - wurzelt tief und ist deshalb relativ trockenresistent.
Woher bekomme ich regionale Wildpflanzen?
Wiesen-Margeriten und weitere einheimische Wildpflanzen erhaltet ihr bei der Gärtnerei “Gartenwert” in Oberhausen.
Gärtnereien, die beim Projekt “Die kleinsten Insektenschutzgebiete Deutschlands” mitmachen, bieten heimische Wildpflanzen im Topf an, die man im Garten oder auf dem Balkon pflanzen kann.
Engagierte Mitglieder von Naturgarten e.V. bieten im Frühjahr/ Sommer jeden ersten Sonntag im Monat Wildpflanzen-Ableger gegen eine Spende in der NABU-Naturarena in Wesel an. Bei diversen Ständen unserer BUND-Kreisgruppe oder der Ortgruppe Moers-Neukirchen-Vluyn haben wir immer einige Wildpflanzen im Topf dabei (siehe unter Termine auf unserer Seite).
Wiesen-Margeriten (Leucanthemum vulgare) sind bei vielen Insekten beliebt, hier eine kleine Auswahl an Besuchern:
Gemeine Löcherbiene (Heriades truncorum). Gemeine Löcherbienen sammeln Nektar und Pollen an unterschiedlichen Korbblütlern (Asteraceae). Die Weibchen legen ihr Nest in Totholz, etwa in alten Insektenfraßgängen oder in hohlen Pflanzenstängeln an. Sie nehmen auch künstliche Nisthilfen (etwa Bohrungen in Holz und Stängel von Schilf und Bambus oder Nistziegel aus Ton) in Insektenhotels an.
(© Klaus Eckel)
Gemeine Sandbiene (Andrena flavipes), auch Gewöhnliche Bindensandbiene genannt. Die Weibchen legen ihre Nester im sandigen Boden an.
(© Klaus Eckel)
Eine nicht näher zu bestimmende Wildbiene der Gattung der Mörtel- und Blattschneiderbienen (Megachile)
(© Klaus Eckel)
Braune Schmuckwanze (Closterotomus fulvomaculatus) auf der Blüte einer Wiesen-Margerite
(© Klaus Eckel)
Ein Gefleckter Schmalbock (Rutpela maculata). Seine Larven entwickeln sich in Totholz.
(© Klaus Eckel)
Ein Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci), auch Museumskäfer genannt, aus der Familie der Speckkäfer.
(© Klaus Eckel)
Glattschieniger Pinselkäfer (Trichius gallicus gallicus). Diese Art wird der Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae) zugeordnet. Ihre Larven entwickeln sich über zwei Jahre lang in weißfaulem Laubholz.
(© Klaus Eckel)
Der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae).
(© Klaus Eckel)
Die Pracht-Kammschnake (Ctenophora festiva) ist eine auffällig gefärbte, große Fliege aus der Familie der Schnaken. Ihre Larven entwickeln sich in altem Holzmulm verottender Baumstämme.
(© Klaus Eckel)
Die Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis) gehört zu den Grabwespen und ernährt ihre Larven von unterschiedlichen Wildbienen, z.B. von Sand- oder Furchenbienen.
(© Klaus Eckel)
Eine Schmalbauchwespe der Gattung Gasteruption. Diese Wespen sind Brutparasiten unterschiedlichster Solitärbienen, wie z.B. Masken- Seiden-, Mauerbienen und andere. Sie legen ihre Eier in Nester dieser dieser Bienen, ihre Larven ernähren sich von dem Ei der Bienen und dem eingelagerten Pollenkuchen.
(© Klaus Eckel)