BUND-Kreisgruppe Wesel

RhineCleanUp 2022: "Hardcore-Müll-sammeln" in strömendem Regen

12. September 2022 | Plastik/ Mikroplastik, Naturschutz, Nachhaltigkeit

10. September, 09:00 Uhr: Regen, Regen, Regen. Das Wetter hatten die Organisatoren der BUND-Müllsammelaktion zum RhineCleanUp 2022 so nicht bestellt....

RhineCleanUp 2022: Das Endergebnis  (© A. Eckel)

BUND-Müllsammel-Aktion zum RhineCleanup 2022 - ganz persönlich:

Als wir Samstag Morgen zum RhineCleanUp-Treffpunkt in der Rosenallee fuhren, und der Regen vom Himmel fiel, befürchtetem wir, dass das Müllsammeln ins Wasser fällt - aber der Container, den uns die ASG für all den gesammelten Müll hingestellt hat, ist voll geworden und sogar noch ein paar Müllsäcke dazu. Nicht ganz das Ergebnis vom letzten Jahr, aber allzuviel fehlt nicht. Das Endergebnis ist diesmal ein Bild ohne freudige Müllsammler ob all des gesammelten Mülls, aber zum Schluß der Sammelaktion war keiner mehr trocken geblieben und irgendwann wurde es kühl, so dass es viele schnell nach Hause zog.
Wir haben diesmal nicht so viele Bilder wie im letzten Jahr bei besserem Wetter gemacht. Ein Schlauchboot, ein Schild "Heile Welt Festival" (Neukirchen-Vluyn) und zweimal eine Flaschenpost (eine davon aus Schermbeck) waren das Highlight in diesem Jahr.


Müll sammeln, macht das Sinn?

Experten schätzen, dass jedes Jahr 380 Tonnen Kunststoff über den Rhein in die Nordsee gespült werden. Ein Teil des Mülls, den der Rhein mit sich führt landet jedoch am Ufer. In unserem Sammelgebiet – der ehemaligen Abgrabung Westerheide in Wesel-Flüren – drückt die Strömung des Rheins bei Hochwasser Müll in die höher gelegenen Uferbereiche. Wenn das Hochwasser zurückgeht, bleibt der Müll dort in der Vegetation hängen.

Durch achtlos weggeworfenen Müll gelangen giftige Stoffe in die Umwelt und verunreinigen Boden, Gewässer und sickern sogar bis ins Grundwasser. Nicht nur hier im Naturschutzgebiet leiden die Natur und Tiere unter dem Müll. Das fand auch der kleine Moderkäfer, der beim Herausziehen einer Plastikfolie aus dem Waldboden empört aus seinem Versteck kam. Normalerweise versteckt er sich unter abgefallenen Laubblätter und anderen abgestorbenen Pflanzenteilen und nicht unter Plastikfolie. Viele Tiere halten Plastik irrtümlich für Nahrung und können am Verzehr der Plastikteile sterben. Letztendlich nehmen wir Menschen über die Nahrungskette kleinste Plastikteilchen, das sogenannte Mikroplastik auf – durchschnittlich eine Kreditkarte jede Woche.

Übrigens: Müll sammeln geht auch allein...

Überall in der Natur liegt achtlos weggeworfener Müll, vor allem Plastik, das dort nicht hingehört, zum Beispiel auf dem heimischen Feldweg, Spielplatz, vor der Schule oder in Deinem Viertel. Wer möchte, nimmt zum nächsten Spaziergang einfach eine kleine Tüte mit, z.B. vom letzten Brötcheneinkauf, und entsorgt den gesammelten Müll im nächsten Mülleimer oder der heimischen Mülltonne. Bitte zum Eigenschutz beim Müllsammeln immer Arbeits-/Schutzhandschuhe tragen.
Noch besser: Keinen Abfall einfach in die Gegend werfen. Abfall gehört in den nächsten Papierkorb oder wird mit nach Hause genommen und dort im gelben Sack oder im Hausmüll entsorgt. Nur Abfall der ordnungsgemäß entsorgt wird, kann recycelt werden – auch wenn da beim Dualen System noch ganz viel Luft nach oben ist.

 

 

 

Fotoalbum RhineCleanUp 2022:

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