Nahverkehrsplan 2025: Kein Fortschritt im Kreis Wesel

28. Januar 2026 | Mobilität

Der Kreis Wesel plant die Fortschreibung seines Nahverkehrsplans aus dem Jahr 2017. Die BUND Kreisgruppe Wesel sieht keine substantiellen Verbesserungen, obwohl aktuelle Umfragen zeigen, dass der öffentliche Nahverkehr im Kreis noch deutlich an Attraktivität gewinnen muss.

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Der Kreis Wesel plant mit einiger Verzögerung die Fortschreibung seines Nahverkehrsplans aus dem Jahr 2017.


Aktuelle Umfragen zeigen, dass der öffentliche Nahverkehr im Kreis noch deutlich an Attraktivität gewinnen muss: Laut einer repräsentativen Umfrage der NRZ nutzen lediglich 19 Prozent der Einwohner regelmäßig Bus und Bahn.
Auf die Frage, wie der ÖPNV verbessert werden müsste, um mehr Menschen zum Umstieg zu bewegen, nannten 57 Prozent der Befragten vor allem die Verbesserung von Anschlüssen und mehr Verbindungen als wichtigsten Punkt. 

Trotz dieser klaren Rückmeldung bleibt die Reaktion des Kreises hinter den Erwartungen zurück.


Dabei ist der Nahverkehr der größte Hebel für wirksamen Klimaschutz im Kreis Wesel. Die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad Celsius ist bereits gescheitert. Ohne Mobilitätswende und einer deutlichen Verbesserung des ÖPNV wird ein Schutz unserer Lebensgrundlagen kaum erreichbar sein.


Enttäuschend ist, dass der Kreis keine flächendeckende Einführung von Bus-On-Demand-Angeboten plant. Damit könnten sich die Angebotslücken im ländlichen ÖPNV schließen und zu Nebenzeiten ein attraktives Angebot machen lassen, wie auch vom Bundesministerium für Verkehr empfohlen.
Zumindest hätte der Kreis Wesel ein Pilot-Projekt auf den Weg bringen können, so wie es bereits in vielen anderen Kreisen und Städten besteht.

Ein weiteres Beispiel für die stockende Entwicklung ist die Anbindung der Walsumbahn in Dinslaken: Der Nahverkehrsplan sieht zwingend eine Buslinie zur Anbindungvor, die jedoch im Rahmen des Dinslakener Stadtbuskonzeptes realisiert werden soll.
Da dieses Konzept aber auf unbestimmte Zeit auf Eis liegt, wird die benötigte Anbindung der Walsumbahn ausbleiben – eine absurde Situation.

Auch ein verbindliches Qualitätsmanagement für den ÖPNV seitens des Kreises fehlt bislang und ist auch weiterhin nicht geplant. Die Kontrolle der Leistungen möchte man den Verkehrsunternehmen selbst überlassen.


Statt substantieller Verbesserungen plant man nur wenige neue X-Buss Linien und kosmetische Veränderungen. Auch bei der dringend benötigten Verbindung zwischen Hünxe und Dinslaken bleibt eine Realisierung unklar.


Dabei ist der ÖPNV elementare Daseinsvorsorge. Der Kreis Wesel wirkt dadurch für junge Menschen wenig attraktiv und bietet auch älteren Menschen, die kein Auto mehr fahren können oder wollen, kaum eine verlässliche Mobilitätsalternative.

Die Zeit drängt: Für einen klimafreundlichen, sozial gerechten und zukunftsfähigen Nahverkehr muss der Kreis Wesel jetzt handeln und den ÖPNV endlich zu einer echten Alternative zum Auto machen.

 

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