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BUND-Kreisgruppe Wesel

Moers: Glyphosat auf kommunalen Ackerflächen - und kein Ende in Sicht

09. April 2019 | Landwirtschaft, Artenschutz

Am 1.4.2019 beriet der Ausschuss für Bauen, Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Moers über die Anregung der BUND-Kreisgruppe Wesel auf verpachteten, kommunalen Ackerflächen den Einsatz von Pestiziden zu untersagen.....

Insekten schützen - Pestizide stoppen  (BUND)

Leider kein Aprilscherz

Dem Ausschuss für Bauen, Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Moers fehlte der Mut sich für mehr Artenschutz, für mehr Klimaschutz und für den Schutz unseres Trinkwassers zu entscheiden. Auch zukünftig sollen Landwirte, die Ackerflächen der Kommune gepachtet haben, dort Glyphosat und Insektizide ausbringen dürfen.

 

Rückwärtsgewandte, mutlose  Entscheidung

Angesichts der neueren politischen Ereignisse – Bürgerbegehren in Bayern, Klimaschutzdemonstrationen Fridays for Future und das Urteil im Bayer-Glyphosat-Prozess in den USA scheinen Verwaltung und Rat der Stadt Moers die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben.  

Wie der steigende CO2-Gehalt in unserer Atmosphäre, bedroht auch der Artenschwund das Leben in der Zukunft. Um einen weiteren Rückgang der Insektenpopulation zu verhindern, ist es dringend geboten weniger Pestizide in der Landwirtschaft einzusetzen, wie das Umweltbundesamt in einer Presseerklärung im Juni 2018 mitteilte. Allerdings werden bei der Umsetzung dieser Empfehlung keine Fortschritte erzielt. Dies gilt auch für den Kreis Wesel, wo der Anteil der ökologisch bebauten Flächen den verschwindend kleinen Anteil von 2,7% (Stand 2016) ausmacht und der Kreis damit einen Platz innerhalb der hinteren Ränge einnimmt.

Kleine Fläche - großes Signal  ---- Chance vertan

Die Stadt Moers verpachtet  knapp 74 Hektar, davon knapp 68 Hektar Ackerland und knapp 16 Hektar Grünland. Dieses Land ist öffentliches Land, gehört also Bürgern und Bürgerinnen der Stadt. In der Bevölkerung findet der Wunsch weniger Pestizide einzusetzen einen breiten Konsens. Die Politik hat den Auftrag, die öffentlichen Ländereien im Sinne der Bürger*innen zu verwalten, dem sie nicht in deren Sinne nachkommt. Auch wenn es sich um eine kleine Fläche handelt, geht von einem Beschluss, auf diesen Flächen bei der Bewirtschaftung auf Pestizide zu verzichten eine hohe Signalwirkung aus. Insekten benötigen in unserer industriellen Agrarlandschaft Rückzuggebiete und Trittsteine, hier können selbst kleine Flächen einen großen Beitrag leisten – jeder Quadratmeter zählt.  

Pestizide nur im Notfall?

Landwirte führen an, Glyphosat/Pestizide nur in Notfällen auszubringen. Aber was ist ein Notfall? Die Vorstellung von Landwirten und Umweltschützern gehen da mit Sicherheit auseinander.

Das Umweltbundesamt kritisiert den seit Jahren stagnierenden Einsatz von Pestiziden – auch von Glyphosat – auf hohem Niveau und spricht sich für eine deutliche Reduzierung aus. Wer, wenn nicht die Landwirte bringt diese Mittel auf die Äcker?  


 Presseerklärung der Ortsgruppe Moers

 

 

 

 

 

 

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