BUND-Kreisgruppe Wesel

Mähfreier Mai für mehr Artenvielfalt im Garten

08. Mai 2024

Weniger englischer Rasen, dafür mehr Wildkräuterwiese ist das Ziel des „Mähfreien Mais“.

Wiese mit Gänseblümchen und Hornveilchen  (R.Großefeste)

Rasenmäher, Elektrosense, Freischneider und Rasenschere bleiben einfach mal ungenutzt den ganzen Mai in Garage oder Schuppen. Wer weniger mäht, kann mehr Natur genießen und hat weniger Arbeit.

Bereits zum vierten Mal rufen die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft (DGG) 1822 e. V., die Gartenakademie Rheinland-Pfalz und „Tausende Gärten – Tausende Arten“ zum „Mähfreien Mai“ auf: „Wir laden Sie dazu ein, Ihren Garten in einen Hort der Vielfalt zu verwandeln - indem Sie einfach Nichts tun!“

Blüten locken Insekten an

Die Rasenfläche ohne ökologische Vielfalt macht in den meisten Gärten oft 50 Prozent oder mehr der Fläche aus. Welchen Anteil dieser Fläche nutzen wir wirklich aktiv? Zudem ist die Pflege eines „normalen“ Rasens arbeitsintensiv und teuer, der Wert für die ökologische Vielfalt ist gleich Null.

Um den starken Rückgang von Insekten in Gärten und Landschaft aufzuhalten, kann ein anderer Mährhythmus einen wertvollen Beitrag leisten. Denn dort, wo regelmäßig gemäht wird und sich bunte, blühende Wiesen gar nicht erst entfalten können, nimmt das Nahrungsangebot für Insekten ab und ihre Anzahl sinkt.

Mit dem Mähfreien Mai kann jeder im eigenen Garten aktiv mit dazu beitragen, die Vielfalt von blühenden Wildpflanzen und ihren Bestäubern wieder zu erhöhen. Erhebungen der Organisation Plantlife aus England beweisen*, dass die Menge an Nektar für bestäubende Insekten auf Rasenflächen um das Zehnfache erhöht werden kann, wenn ein Monat nicht gemäht wird.

Tipp: Halten Sie Laufwege und Ränder kurz. Die entstehenden Blumeninseln lassen sich mit einer Sense zwei bis drei Mal im Jahr kürzen. Dabei gerne zeitversetzt arbeiten, dann haben Insekten Fluchtpunkte.

Wilde Ecken schaffen

Wo Blüten wachsen dürfen, finden Insekten mehr Nahrung, und Vögel damit auch. In wilden Gartenecken wächst die Große Brennnessel und ernährt die Raupen von Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs. Fast alle heimischen Gartenvogelarten verfüttern proteinreiche Insekten an ihre Jungen. Andere Vogelarten wie z. B. Finken und Spatzen, brauchen die Samen von Wildpflanzen für ihre Ernährung.


* Quelle: dgg1822.de/2024/04/08/aufruf-zur-kampagne-maehfreier-mai-mit-mitmachwettbewerb-und-umfrage/

Zur Übersicht