BUND-Kreisgruppe Wesel

Laubbläser aus Privatgärten verbannen

28. Oktober 2022

Auch Maschinen-Einsatz im öffenlichen Raum minimieren - lieber zu Rechen und Harke greifen

Laubbläser sind nicht nur laut, sondern auch schädlich für die Natur.

Wo das Laub dieser Tage hinfällt, da soll es oft nicht liegen bleiben. Gerne wird hierbei zu Laubbläsern oder -saugern gegriffen. Doch die sind nicht nur laut, sondern schädigen auch die Bodenbiologie. Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert deshalb Gartenbesitzer*innen auf, zu umweltfreundlichen Alternativen wie Rechen und Harke zu greifen. Im kommunalen Bereich sollten die Geräte gut dosiert und wenn, dann nur in der elektrischen Variante eingesetzt werden.

Das Auftauchen der ersten bunten Blätter wird jedes Jahr aufs Neue mit gemischten Gefühlen betrachtet. Während sich die einen über das bunte Farbenspiel und Spaziergänge im raschelnden Laub freuen, können es andere gar nicht schnell genug loswerden. Auf Gehwegen und Plätzen dient dies der Verkehrssicherung, in Parks und Gärten wohl eher einer „ordentlichen“ Optik. Nicht nur Kommunen, auch viele Privatgärtner*innen greifen hier aus Effizienz- oder Bequemlichkeitsgründen gerne zu Laubsauger oder Laubbläser.

Laub ist eine wertvolle Nahrungsquelle

„Dabei ist es besser für den Garten, das Laub nicht zu entfernen,“ sagt Kerstin Schnücker, Referentin für Stadtnaturschutz beim BUND. „Wenn Laub liegen bleibt, dient es Bodenlebewesen, wie Regenwürmern, als wertvolle Nahrungsquelle. Diese lockern nicht nur den Boden auf, sondern reichern ihn dann auch mit Nährstoffen aus den Blättern an. Außerdem schützt eine Schicht aus Laub den Boden vor Frost und Austrocknung. Ihr Rasen wird es Ihnen im Frühling danken.“ Im herabgefallenen Laub und den oberen Bodenschichten tummeln sich zudem Mikrolebewesen und Kleintiere, die Schaden nehmen, wenn sie weggeblasen oder eingesaugt und geschreddert werden.

Einsatz auf das unbedingt notwendige Maß reduzieren

Und der Einsatz für das aufgeräumte Grundstück ist kaum zu überhören: Die benzinbetriebenen Geräte erzeugen mit circa 100 Dezibel einen Lärm, der mit dem von Kettensägen und Presslufthämmern vergleichbar ist. Laubbläser mit Verbrennungsmotor stoßen zudem gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus.

„Weniger ist deshalb mehr“, so die Empfehlung der Naturschutzexpertin Schnücker. „Tun Sie sich, der Umwelt und Ihrem Garten etwas Gutes und greifen Sie zu Rechen, Besen oder Harke. Über einen in einer ruhigen Ecke aufgeschichteten Haufen aus Laub und Reisig als Winter-Residenz freuen sich Igel. Die machen sich dafür im nächsten Jahr dann bei der Schneckenbekämpfung nützlich.“ Den Kommunen empfiehlt Schnücker, den Einsatz von motorgetriebenen Geräten auf das unbedingt notwendige Maß zu reduzieren und auf die elektrische Variante umzusteigen.

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