BUND-Kreisgruppe Wesel

Geplante Deponie Lohmannsheide - Ein Update

21. Februar 2021

Eine Deponie für DK1-Material auf der Bergehalde Lohmannsheide wird nicht nur die Menschen vor Ort Jahrzehnte belasten, sondern auch die Umwelt (Natur, Grundwasser und durch Abdriftungen Boden und Luft). Doch der Widerstand gegen dieses Vorhaben hat sich formiert. Mehr dazu...

geplante Deponie Lohmannsheide  (© BUND Ortsgruppe Moers)

Das Vorhaben

Im Westen von Duisburg, unmittelbar zur Stadtgrenze Moers, ist die Eröffnung einer Mülldeponie geplant. Auf dem Gelände der Bergehalde Lohmannsheide soll eine Deponie für mineralische Abfälle (DK1-Material), die beim Abriss von Gebäuden und Industrieanlagen anfallen, entstehen. Ein großer Teil dieser Abfälle wird nicht wie im Kreislaufwirtschaftsgesetz vorgeschrieben der Wiederverwertung zugeführt, sondern aus Kostengründen deponiert. Frei nach dem Motto: „Wegwerfen ist billiger als Wiederverwerten“.

Geplant ist, über einen Zeitraum vom 15 Jahren belastetes Material aufzuschütten, insgesamt 5,2 Mio. Tonnen - am Ende würde eine 47 Meter hohe Müllhalde entstehen, die das jetzige Landschaftsbild nachhaltig verändert.
Sollte sich der Bedarf an Deponiefläche verringern, weil weniger Abfälle anfallen, kann sich der Betrieb auch mehr als 15 Jahre hinziehen. Siehe: Antwort der NRW-Landesregierung vom 21.3.2019 auf eine Kleine Anfrage, Drucksache NRW-Landtag 17/5514

Die Anlieferung des Deponiematerials mit LKW soll über Duisburg-Baerl und Moers erfolgen.

Zählt man die Zeiten der Vorbereitung und des Abschlusses hinzu, entsteht eine Großbaustelle für ca. zwei Jahrzehnte mit erheblichen Belastungen für die Menschen, die hier leben.

15 Jahre Deponiebetrieb bedeuten:

Mehr LKW-Verkehr

Die Anwohner*innen in Duisburg-Baerl (insbes. der Grafschafter Straße) in Moers-Eick-Ost und Moers-Meerbeck werden in besonderer Weise betroffen sein, denn Dutzende LKW-Fahrten täglich - in Spitzenzeiten quasi im Minutentakt - bedeuten eine erhebliche Belastung durch Lärm, Abgas, Erschütterungen und zeitweise verstopfte Straßen.

Mehr Emissionen

Neben der Belastung durch den Anlieferverkehr ist auch mit Abwehungen von belastetem Staub vom Deponiekörper zu rechnen. Dieser wird sich je nach Wetterlage im näheren Umfeld niederschlagen.
Damit müssten die Menschen aus der Region täglich leben - über Jahre!

Weitere Gefährdungen für Mensch und Umwelt drohen:

Gefährdung des Grund- und Trinkwassers: Die frühere Nutzung des Areals hat zu umweltschädlichen Schadstoffkonzentrationen im Boden geführt. Nachgewiesen sind: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) und Schwermetalle wie Chrom, Nickel, Zink, Arsen, Cadmium und Blei. Es ist nicht absehbar, wie sich das Gewicht von 5,2 Mio. Tonnen auf die Grundwasserströmung auswirkt. Eine Gefährdung des Trinkwassers aus dem Binsheimer Feld, aus dem das Trinkwasser für Zehntausende Menschen gewonnen wird, kann nicht ausgeschlossen werden.

Gefährdung wertvoller Biotope: Es haben sich auf dem Gelände geschützte Tierarten wie Kammmolch, Kreuzkröte und Zauneidechse angesiedelt, ebenso wie seltene Insekten- und Pflanzenarten. Der Deponiebetrieb wird diese wertvolle Natur massiv beeinträchtigen. Ob die geschützten Arten hier überleben, ist ungewiss.

Der aktuelle Stand der Planungen

Das Planfeststellungsverfahren ist in vollem Gange. Ca. 1.400 Seiten Antragsunterlagen waren zu prüfen. Das haben wir intensiv getan:

  • Sind die Angaben des Vorhabenträgers plausibel?
  • Wurden wesentliche Aspekte außer Acht gelassen?
  • Sind die vorgelegten Gutachten sachlich haltbar?
  • Sind die geplanten Maßnahmen zum Schutz der Umwelt ausreichend?

Wir haben zahlreiche Mängel festgestellt. Unsere Kritik haben wir in Form einer schriftlichen Stellungnahme („Einwendung“) zur Verhinderung dieses Projektes bei der Genehmigungsbehörde (Bezirksregierung Düsseldorf) eingebracht. In einem weiteren Schritt wird der BUND im Rahmen eines Erörterungstermins seine Einwände ausführlich darlegen. Wir hoffen, dass der Vorhabenträger in wesentlichen Punkten seine Planungen nachbessern muss oder - noch besser -, dass das Projekt durch die Bezirksregierung Düsseldorf erst gar nicht genehmigt wird.

Breite Unterstützung der betroffenen Menschen!

In Moers und Duisburg haben sehr viele Menschen von Ihrem Recht Gebrauch gemacht und Einwendungen erhoben!

Der BUND hat  während der Einwendungsphase Informationen bereit gestellt, wie eine solche Einwendung zu formulieren ist. Gemeinsam mit weiteren Akteuren aus dem Bereich der politischen Parteien und sozial engagierten Gruppierung – z.B. Behindertenvertretungen - , die ihrerseits qualifizierte Stellungnahmen auf dem Weg gebracht haben, sind Dutzende solcher Einwendungen und Stellungnahmen an die Bezirksregierung übermittelt worden. Zudem wurden Unterschriften gesammelt, um einzelne Bürgereinwendungen zu unterstützen. In Summe haben sich mehr als 1000 Menschen aus dem näheren Umfeld gegen die Deponie ausgesprochen,

Auch seitens der Städte Moers und Duisburg wurden eindeutige Ratsbeschlüsse gegen die Inbetriebnahme gefasst und fundierte Einwendungen erhoben.

Zudem hat die BUND-Ortsgruppe Moers einen Newsletter ins Leben gerufenen, um über den weiteren Verlauf des Planungsverfahrens zu informieren. (Anmeldung per E-Mail unter bund-moers(at)bund-wesel.de oder info(at)bund-duisburg Stichwort „Lohmannsheide“).

Der nächste entscheidende Schritt wird der Erörterungstermin bei der Bezirksregierung sein. Dort werden die Einwendungen des BUND und aller weiteren Einwender*innen weiter vertieft. Wir als Umweltverband bereiten uns intensiv auf diesen Erörterungstermin vor und werden Experten zu den verschiedenen Aspekten hinzuziehen. Diese Expertise können wir aber nicht ganz zum Nulltarif haben. Wir brauchen nach wie vor Ihre Unterstützung:

Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, die Deponie Lohmannsheide zu verhindern

Mit einer Spende oder Mitgliedschaft im BUND unterstützen Sie die Arbeit zur Verhinderung der Deponie. Bitte bedenken Sie: Gegengutachten kosten ebenso Geld, wie z.B. Druckkosten für eine Informationsschrift, die in der Auflage von 5000 Stück an die Bevölkerung verteilt wurde. Zuwendungen an den BUND sind steuerlich absetzbar!

Spendenkonto IBAN: DE26 3702 0500 0008 2047 00 / BIC: BFSWDE33XXX / Bank für Sozialwirtschaft, Köln (Kontoinhaber: BUND Landesverband NRW), Stichwort: Lohmannsheide



Downloads:

BUND Dossier Bergehalde Lohmannsheide

Stellungnahme/ Einwendung des BUND zur geplanten Deponie auf der Bergehalde Lohmannsheide vom 27.12.2021

BUND Faltblatt zum Deponie-Betrieb auf der Bergehalde Lohmannsheide

Kleine Anfrage zum Deponiebetrieb von Bündnis90/ Grüne im Landtag vom Februar 2019

Zur Übersicht