Frühblüher: Ein Hoch auf den Huflattich

14. Februar 2026 | Stadtnatur, Wildbienen, Artenvielfalt

Bald blüht an vielen Wegrändern und Böschungen wieder der zu den Korbblütlern gehörende Huflattich (Tussilago farfara). Was macht ihn so besonders?

Huflattich  (Tussilago farfara) mit Rotschwarzer Wespenbiene (Nomada fabriciana) Huflattich (Tussilago farfara) mit Rotschwarzer Wespenbiene (Nomada fabriciana)  (© Ilona Ziffus)

Ein Hoch auf den Huflattich

Wenn sich die kurzen, kalten Wintertage verabschieden, bricht die Zeit der Frühblüher an: Blühen Schneeglöckchen, Huflattich und Haselnuss hat der Vorfrühling nach dem phänologischen Kalender begonnen. Auch Winterlinge und Krokusse recken ihre Blüten den ersten, warmen Sonnenstrahlen entgegen. Der zu den Korbblütlern gehörende Huflattich (Tussilago farfara) wächst gern an Wegrändern und Böschungen und blüht in unserer Region ab Ende Februar.

Was macht den Huflattich so besonders?

Nun, er ist ein echter Frühstarter! Ehe ein einziges seiner namensgebenden, hufförmigen Blätter zu sehen ist, schickt er seine sonnengelben, strahlenförmigen Blüten auf rotbraunen, beschuppten Stängeln an die Front.

Sobald die Frühjahrssonne scheint, erstrahlen sie im fahlen, wintermüden Gras, bleiben jedoch bei Kälte und Regen geschlossen. Dieses frühe Erscheinen ist kein Zufall, sondern eine clevere Überlebensstrategie, von der die Insektenwelt enorm profitiert, sie tummelt sich am Huflattich. Noch blühen nur wenige Pflanzen, und das Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln, Käfer und Schwebfliegen ist knapp. Jetzt erweist sich der Huflattich als wahrer Insektenmagnet. Seine nach Honig duftenden Blüten mit einem Nektarwert 2 und Pollenwert 3 (jeweils auf einer Skala von 0-4) sind eine wichtige Nahrungsquelle für mehr als 70 Wildbienenarten – darunter Mauerbienen, Frühlings-Pelzbienen und Zweifarbige Sandbienen. Außer ihnen gehören Käfer, Schmetterlinge, Raupen und letztendlich fünfzehn unterschiedliche Schwebfliegenarten zu den Nutznießern. Und zusätzlich gilt: Schwebfliegen fördern zahlt sich aus. Sie helfen uns später im Jahr, Blattläuse in Schach zu halten, von denen sich viele Schwebfliegenlarven ernähren.

Angelika Eckel (BUND-Kreisgruppe Wesel): „Wenn man demnächst im Frühjahr eine Fläche mit Huflattich entdeckt, auf der es nicht summen und brummen sollte – ja, dann liegt es wirklich nicht am Huflattich, sondern leider daran, dass es immer weniger Insekten gibt.“

Huflattich im Naturgarten

Huflattich ist eine große Bereicherung für jeden Naturgarten. Die Pflanze ist eine robuste, etwa 10 cm bis 30 cm hohe Wildstaude, die allerdings etwas Platz braucht, weil sie sich über Wurzelausläufer ausbreitet. Der Huflattich bevorzugt sonnige bis leicht schattige Standorte und wächst gern auf offenen, lehmhaltigem, zumindest leicht feuchtem Böden.
Nicht nur seine Blüten helfen Insekten im Frühjahr zu überleben, im Sommer sind seine Blätter Fraßpflanzen für einige Schmetterlingsarten und die Härchen der behaarten Blattunterseiten sammeln Wollbienen, um ihre Nester auszupolstern. Saatgut (Aussaat im April), bzw. getopfte Pflanzen des Huflattichs sind im Internethandel erhältlich.

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