BUND-Kreisgruppe Wesel

BMEL: »Nationales Kompetenzzentrum Weidetierhaltung und Wolf« soll in diesem Jahr kommen

05. Januar 2021

Das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) plant in diesem Jahr die Einrichtung eines Nationalen Kompetenzzentrums »Weidetierhaltung und Wolf« Mehr dazu....

Gut bewacht vom Herdenschutzhund können diese Schafe in Ruhe weiden. Auch wenn auf dem Bild nur einer zu sehen ist: Herdenschutzhunde arbeiten immer Team und müssen deshalb mindestens zu zweit eingesetzt werden.

Der Bundesverband des BUND hat zusammen mit elf weiteren Verbänden aus den Bereichen Landwirtschaft und Nutztierhaltung, Jagd sowie Natur- und Tierschutz ein Konzept dazu erarbeitet. Einen Link zum Konzeptpapier findet ihr am Ende der Meldung.

Welche Aufgaben hat das Nationale Kompetenzzentrum »Weidetierhaltung und Wolf«?

Das nationale Kompetenzzentrum »Weidetierhaltung und Wolf« soll u.a. europaweit eingesetzte Herdenschutzmaßnahmen auf ihre Effektivität überprüfen, Probleme beim Einsatz von Herdenschutzmaßnahmen aufdecken und potentielle Lösungen erarbeiten. Bestehende Lücken in der Herdenschutzforschung sind zu schließen.

Erfahrungen der Betroffenen in den Wolfsgebieten vor Ort fließen in die Arbeit des Kompetenzzentrum ein

Um die Betroffenen vor Ort einzubinden, soll die transdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert und Forschung und Praxis sollen bewusst eng vernetzt werden. Dazu bietet es sich an, Herdenschutzmaßnahmen gemeinsam vor Ort weiterzuentwickeln und auf diesem Wege wichtiges Feedback aus der Praxis an die Wissenschaftler zu liefern.

Kreis Wesel sollte sich um eine Zusammenarbeit mit geplantem Kompetenzzentrum bemühen

Die Kreisgruppe Wesel des BUND  fordert deshalb alle Parteien der Kreistagsfraktionen im Kreis Wesel auf, sich für eine Kooperation mit dem geplanten Kompetenzzentrum »Weidetierhaltung und Wolf« statt für den Abschuss der Wölfin zu entscheiden. Zusammen mit dem Land NRW sollte der Kreis Wesel sich mit dem Wolfsgebiet Schermbeck für eine aktive Zusammenarbeit mit dem geplanten Kompetenzzentrum bewerben.

US-Studie: Abschuss von Wölfen führt in der Folge zu vermehrten Rissen bei Weidetieren

Eine US-Studie hat die Übergriffe von Wölfen auf Weidetiere in Montana, Idaho, und Wyoming über einen Zeitraum von 25 Jahren ausgewertet. Danach steigt zwar die Anzahl der Übergriffe mit der Anzahl der Wolfsrudel und der Anzahl der gehaltenen Nutztiere. Aber: Nach erfolgten Abschüssen von Wölfen stieg die Anzahl der Übergriffe auf Weidetiere im Folgejahr um zusätzlich 4-6 Prozentpunkte. Das gewünschte Ziel, mit dem Abschuss von Wölfen, die Anzahl der Übergriffe zu mindern hatte sich dort ins Gegenteil verkehrt.
Also: Nicht der Abschuss eines Wolfes, sondern nur ein guter, flächendeckender Herdenschutz löst die Probleme vor Ort nachhaltig

Einrichtung eines Wolfsinformationszentrum - eine lohnende Aufgabe für den Kreis

Im Kreis Wesel mit dem ersten ausgewiesenen Wolfsgebiet in NRW bietet es sich an, ein Informationszentrum zu den Themen »Wolf und Herdenschutz« aufzubauen. Aufgabe des Informationszentrum wäre einerseits die Information der Bevölkerung, andererseits bei Problemen mit dem Wolf in der Weidetierhaltung Beratung anzubieten und kurzfristige, unbürokratische Hilfe zu leisten (z.B. Ausleihe von Schutzmaterialien, Vermittlung von z.B. Bundesfreiwilligendienstlern im Herdenschutz).

Konzeptpapier der Verbände für ein »Nationales Kompetenzzentrum Weidetierhaltung und Wolf«

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