Symbolbild: Baumfällungen an der Emmericher Straße im Februar 2019 in Wesel
(Pixabay: medienluemmel)
Es ist nachvollziehbar, dass in Straßennähe Pflege- und Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind. Dafür sind bei sorgfältigem Vorgehen keine radikalen Maßnahmen nötig wie jetzt offenbar geplant. „Regelmäßige Baumpflege und einzelne Entnahmen kranker Bäume sollten ausreichen. Es ist sicher nicht so, dass fast alle Bäume gleichzeitig krank, nicht mehr standfest genug oder was auch immer geworden sind und deshalb jetzt auf einen Schlag gefällt werden müssen“, so Günther Rinke, Vorsitzender der Kreisgruppe Wesel des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Das geplante Vorgehen legt die Vermutung nahe, dass man es sich einfach machen möchte, denn nach einem Kahlschlag hat man mehrere Jahre Ruhe“.
Bäume und Sträucher sind wichtig für das Stadtklima
Die Bedeutung von Bäumen und Sträuchern für die Stadt und besonders für ihre Bewohner sollte bekannt sein: Gerade in Zeiten des Klimawandels - der letzte heiße Sommer ist allen noch gut im Gedächtnis – sorgen Bäume und Sträucher für ein besseres Stadtklima (Begrenzung von Temperaturextremen). Zudem ist erwiesen, dass sie in erheblichem Maße Feinstaub binden und zur Reduktion von Abwasserspitzen bei hohem Niederschlag beitragen.
Bäume und Sträucher bieten Lebensraum für Insekten und Vögel
Die Stadt Wesel bemüht sich gerade, durch das Anlegen von Blumenwiesen zum Erhalt unserer Insektenwelt beizutragen. Auch Bäume und Sträucher blühen und bieten nicht nur Insekten Nahrung, sondern sind auch Lebensraum für Vögel, deren Zahlen ebenfalls dramatisch zurückgegangen sind. Die radikalen Rückschnitte von Bäumen und Sträuchern sind diesem Ziel also konträr entgegengesetzt.
Die BUND-Kreisgruppe fordert, Pflegemaßnahmen generell auf notwendige Eingriffe zu beschränken
Durch die geplanten radikalen Maßnahmen wird Stadtnatur großflächig vernichtet. Bis ein gleichwertiges Angebot an dieser Stelle wieder vorhanden ist, dauert es einige Jahre.
Briefe an Bürgermeisterin Westkamp und StraßenNRW
Da die Zeit knapp ist und die Durchführung der Maßnahme unmittelbar bevorsteht, hat die BUND-Kreisgruppe Wesel Bürgermeisterin Frau Westkamp in einem Brief gebeten, dafür zu sorgen, dass sich die Pflegemaßnahmen auf die wirklich notwendigen Eingriffe beschränken. Ein entsprechendes Schreiben ging an die Direktion von StraßenNRW
Hier lesen:
Brief an Bürgermeisterin Westkamp
Brief an StraßenNRW
Fotos: Entlang der Emmericher Straße hat StraßenNRW reichlich Bäume abgeholzt.