Siegerfoto: Die Allee des Jahres 2024 ist eine Platanenallee im Achäologischen Park Xanten
(© Jürgen Guhlke)
Seit 2008 ist der 20. Oktober der "Tag der Allee".
Alleen wurden bereits im 15. und 16. Jahrhundert als gestalterisches Element in Schloß- und Landschaftsgärten angelegt. Ab dem 17. Jahrhundert wurden Alleen im Städtebau verwendet, und etwas später auch beim Bau von Landstraßen wie den ingenieurtechnisch trassierten Chausseen.
Alleen sind heute vielfach beeindruckende Naturdenkmäler mit oft altem Baumbestand. Gründe, weshalb insbesondere die historischen Baumreihen in Gefahr sind, sind außer der Überalterung des Baumbestands höhere Hürden für Nachpflanzungen (z.B. Abstandsregelungen in Bauverordnungen) und Klimastress. Zusätzlich leiden Bäume entlang viel befahrener Straßen unter Feinstaub, Abgasen und Streusalz.
Allen ist bewusst, dass Bäume uns helfen können, die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern. Sie verbessern und kühlen die Luft in unseren Städten. Darüber hinaus leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Biodiversität, nicht nur Vögel und Fledermäuse profitieren, sondern auch viele Insekten, Spinnentiere, Pilze und Flechten.
Der "Tag der Allee" am 20. Oktober soll deshalb unsere Aufmerksamkeit auf die vorhandenen Alleen lenken, und Bürger sowie Kommunen für den Schutz der bestehenden Alleen sensibilisieren und für Neuanpflanzungen als willkommene Frischluftschneisen werben.
Zwar wurde mit der Novelle des Landschaftsgesetzes im Jahr 2007 in Nordrhein-Westfalen der gesetzliche Schutz von Alleen eingeführt, doch bedeutet das leider nicht - wie man sich vielleicht intuitiv vorstellt - dass jeder einzelne Baum einer Allee jetzt Schutz genießt, sondern die Allee als Ganzes. Baumfällungen sind möglich, wenn sie durch Neupflanzungen ersetzt werden. Auch eine Verlegung einer Allee, in dem Sinne, dass einige Bäume, die an einem Allee-Ende gefällt werden müssen, am entgegengesetzten Ende der Allee nachgepflanzt werden, liegt ggf. im Bereich des Möglichen. Oft sind es neue Bauvorschriften, die eine Neupflanzung an Ort und Stelle verhindern, da sich Abstandsregeln mittlerweile geändert haben.
Fotowettbewerb zum Tag der Allee des BUND
Seit 2008 zeichnet der BUND Mecklenburg-Vorpommern die Allee des Jahres aus. Hobbyfotografen können bundesweit die Fotos ihrer Lieblingsallee einschicken. Eine Jury von BUND-Mitgliedern aus verschiedenen Bundesländern sowie des Bundesverbands wählt die Allee des Jahres.
Gewinner ist in diesem Jahr der (Hobby-)Fotograf Jürgen Guhlke aus Köln mit seinem Bild einer Platanenallee im APX in Xanten. Dort wo vor Jahrhunderten die Einwohner der römischen Colonia Ulpia Traiana unter einem Säulengang wandelten, tun dies heutzutage die Besucher des Ärchäologischen Parks Xanten unter den in den 80er Jahren gepflanzten Platanen entlang dieser Allee. Die Alleen-Expertin des BUND, Katharina Dujesiefken, lobte die Allee in Xanten als ein innerstädtisches Erholungsgebiet, das Kultur und Natur miteinander verbinde.
Es ist übrigens das erste Mal, dass eine Allee in NRW zur "Allee des Jahres" gekürt wurde. Den zweiten Platz im Fotowettbewerb belegte Katharina Dietrich mit ihrem Bild einer etwa 650 m lange Linden-Allee in Wilhelmshaven in der Störtebekerstraße. Der dritte Preis ging an das Bild einer Rosskastanien-Allee zwischen Klein- und Groß Flotow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) von Lydia Hübenthal.
Das Bild einer Allee bei Marsberg in NRW von Andrea Beverungen konnte im Jahr 2020 den zweiten Platz belegen.
Hier findet ihr alle Fotos der "Alleen des Jahres" seit 2016.
Fotowettbewerb "Allee des Jahres" 2025
Auch im nächsten Jahr findet wieder der Fotowettbewerb zur "Allee des Jahres" statt. So viel darf schon verraten werden: Gesucht werden Bilder, die Alleen im Laufe der Jahreszeiten zeigen, also Allee-Bilder, auf denen die Jahreszeiten gut zu erkennen sind wie Knospen im Frühling, bunte Blätter im Herbst oder Raureif im Winter, um nur ein paar mögliche Eindrücke zu nennen. Einsendungen sind ab Mai 2025 möglich, unter dem obigen Link findet ihr dann die entsprechenden Informationen.
Allee des Jahres 2024 - Preisverleihung im APX Xanten
Siegerfoto: Die Allee des Jahres 2024 ist eine Platanenallee im Achäologischen Park Xanten
(© Jürgen Guhlke)
Jasmin Personn (in der Gelben Jacke) vom BUND Mecklenburg-Vorpommern erläutert, warum sich die Jury für das Bild von Jürgen Guhlke entschieden hat
(© Klaus Eckel)
Von links: Dr. Martin Müller, Leiter des LVR-Archäologischen Parks Xanten, Angelika Eckel Vorstandsmitglied der BUND Kreisgruppe Wesel, Kirstin Nieland, Baumfachfrau vom BUND Bochum, Jürgen Guhlke, der Gewinner des Fotowettbewerbs "Allee des Jahres" und Jasmin Personn, beim BUND zuständig für den Fotowettbewerb und Jury-Mitglied aus Mecklenburg-Vorpommern.
(© Klaus Eckel)