(Foto: R. Großefeste)
Streuobstwiesen mit ihren hochstämmigen Obstbäumen und dem nur extensiv genutzten Grünland sind wertvolle und vielfältige Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Vor allem Vögel, Käfer, Schmetterlinge und Kleinsäuger profitieren im Jahresverlauf von dem reichhaltigen Angebot an Blüten, Höhlen und herabfallenden Früchten. Streuobstwiesen sind Orte großer biologischer Vielfalt, und sie sind Bestandteil der niederrheinischen Kulturlandschaft. In früherer Zeit wurden sie angelegt, um nahe der Ortschaften gleichzeitig Vieh weiden zu lassen und Obst anbauen zu können. Eine Vielzahl von Obstsorten ist in dieser Zeit entstanden.
Für die Streuobstwiese eignen sich nur robuste Sorten, die auf Sämlingsunterlagen als Hochstämme erzogen werden. Traditionelle Artenzusammensetzung und Sortenauswahl sind an unterschiedliche Standorte und Nutzungen angepasst. Von den über 1.500 Apfelsorten Mitteleuropas und unzähligen Regionalsorten sind heute nur noch 25 im deutschen Erwerbsobstanbau anzutreffen. Im Supermarkt findet man heute nur noch 8 bis 10 Sorten, die für Streuobstwiesen meist ungeeignet sind, weil sie sehr empfindlich sind und nur in inten-sivem Anbau mit dem Einsatz von Fungiziden und Insektiziden marktfähige Früchte hervorbringen.
Zahlreiche BUND-Orts- und Kreisgruppen sind in der Betreuung und Pflege von Streuobstwiesen in verschiedenster Art und Weise aktiv. Das reicht von Patenschaften, dem Sammeln und Versaften des Obstes über Angebot von Obstbaumschnitt-Kursen bis zur Übernahme und der ganzjährigen arbeitsintensiven Betreuung und Bewirtschaftung von Streuobstwiesen inklusive weiterer Maßnahmen zur Aufwertung, wie Anlage von Hecken, Trockenmauern, Blänken (Vertiefungen im Boden, wo sich Pfützen länger halten können) und Nisthilfen.
Beim BUND NRW gibt es unter https://www.bund-nrw.de/themen/landwirtschaft/hintergruende-und-publikationen/streuobstwiesen/ viele Informationen, eine Auflistung von Streuobstprojekten, Obstsorten-Empfehlungen und Infos zu regionalen Baumschulen.