zwei blühende Obstbäume auf einer Wiese, im Hintergrund ist eine Hecke zu sehen

Streuobstwiesen: Kostbares Kulturgut und wertvoller Lebensraum

Alte ungespritzte Obstwiesen sind wichtige Lebensstätten für heimische Tiere und Pflanzen. Sie bieten einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Lebensraum und sind ideale Trittsteinbiotope im Biotopverbund.

Streuobstwiese der BUND-Ortsgruppe

zwei blühende Obstbäume auf einer Wiese, im Hintergrund ist eine Hecke zu sehen  (Foto: R. Großefeste)

Die BUND-Ortsgruppe Moers/Neukirchen-Vluyn hat für einen Teilbereich der Moerser Streuobstwiesen im Oktober 2025 die Betreuung übernommen. Unsere Arbeitsgruppe "Streuobstwiese" kümmert sich um Pflege und Entwicklung der 2.500 m² großen, alten Streuobstwiese mit rd. 20 Obstbäumen.

Im November 2025 haben wir mit den dringend notwendigen Schnittmaßnahmen begonnen. Zur Vorbereitung haben wir uns dazu auch von BUND-Aktiven aus der Ortsgruppe Grevenbroich schulen lassen, die seit Jahren selbst eine Streuobstwiese betreuen. Da die alten Obstbäume jahrzehntelang nicht ausreichend gepflegt wurden, werden wir mit den Pflegemaßnahmen auch noch die nächsten Winter beschäftigt sein. Dazu kommt die Pflege der drei jungen Bäumchen, die im Frühjahr 2026 als Ersatz gepflanzt wurden.

Mit dem angefallenen Baumschnitt haben wir im Frühjahr 2026 damit begonnen, als Begrenzung der Streuobstwiese eine Benjeshecke anlegen, die zusätzlichen Schutz, Nist- und Nahrungsmöglichkeiten für Vögel, Kleinsäuger und Insekten bietet.

Neben den nötigen Pflegemaßnahmen werden wir aber auch das Leben auf dieser Streuobstwiese dokumentieren - im Lauf der Zeit hoffen wir,  dass die typischen Vertreter von Flora und Fauna auf Streuobstwiesen auch hier einen Lebensraum finden. 

Wer mitmachen möchte, ist herzlich willkommen! Viel Bewegung an frischer Luft ist garantiert, ebenso erfahrt ihr vieles Neues über den Lebensraum Obstwiese, Gehölzschnitt etc. Bitte einfach mit uns Kontakt aufnehmen: bund.moers(at)bund.net.

zwei blühende Obstbäume auf einer Wiese  (Foto: R. Großefeste)

Streuobstwiesen mit ihren hochstämmigen Obstbäumen und dem nur extensiv genutzten Grünland sind wertvolle und vielfältige Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Vor allem Vögel, Käfer, Schmetterlinge und Kleinsäuger profitieren im Jahresverlauf von dem reichhaltigen Angebot an Blüten, Höhlen und herabfallenden Früchten. Streuobstwiesen sind Orte großer biologischer Vielfalt, und sie sind Bestandteil der niederrheinischen Kulturlandschaft. In früherer Zeit wurden sie angelegt, um nahe der Ortschaften gleichzeitig Vieh weiden zu lassen und Obst anbauen zu können. Eine Vielzahl von Obstsorten ist in dieser Zeit entstanden.

Für die Streuobstwiese eignen sich nur robuste Sorten, die auf Sämlingsunterlagen als Hochstämme erzogen werden. Traditionelle Artenzusammensetzung und Sortenauswahl sind an unterschiedliche Standorte und Nutzungen angepasst. Von den über 1.500 Apfelsorten Mitteleuropas und unzähligen Regionalsorten sind heute nur noch 25 im deutschen Erwerbsobstanbau anzutreffen. Im Supermarkt findet man heute nur noch 8 bis 10 Sorten, die für Streuobstwiesen meist ungeeignet sind, weil sie sehr empfindlich sind und nur in inten-sivem Anbau mit dem Einsatz von Fungiziden und Insektiziden marktfähige Früchte hervorbringen.

Zahlreiche BUND-Orts- und Kreisgruppen sind in der Betreuung und Pflege von Streuobstwiesen in verschiedenster Art und Weise aktiv. Das reicht von Patenschaften, dem Sammeln und Versaften des Obstes über Angebot von Obstbaumschnitt-Kursen bis zur Übernahme und der ganzjährigen arbeitsintensiven Betreuung und Bewirtschaftung von Streuobstwiesen inklusive weiterer Maßnahmen zur Aufwertung, wie Anlage von Hecken, Trockenmauern, Blänken (Vertiefungen im Boden, wo sich Pfützen länger halten können) und Nisthilfen.


Beim BUND NRW gibt es unter  https://www.bund-nrw.de/themen/landwirtschaft/hintergruende-und-publikationen/streuobstwiesen/ viele Informationen, eine Auflistung von Streuobstprojekten, Obstsorten-Empfehlungen und Infos zu regionalen Baumschulen.