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BUND-Kreisgruppe Wesel

Dialog an der Issel

Dialog an der Issel mit Nora Zurnieden von Wassernetz NRW

Ein Jahr nach dem Hochwasser: interessierte Bürger*innen und die BUND Kreisgruppe Wesel im Gespräch mit Nora Zurnieden von Wassernetz NRW am Isselufer bei Marienthal Ein Jahr nach dem Hochwasser: interessierte Bürger*innen und die BUND Kreisgruppe Wesel im Gespräch mit Nora Zurnieden von Wassernetz NRW am Isselufer bei Marienthal  (Klaus Eckel)

Die Issel ist ein Fluss, der von wenig Wasser aus der Quelle gespeist wird, sondern hauptsächlich das Niederschlagswasser aus dem Einzugsgebiet der Issel und der zuführenden Bäche sammelt. Vor über einem Jahr, also im Juni 2016, traten an der Issel, die in ihrem Verlauf stark begradigt und eingedeicht ist (siehe Bilder), zwischen Marienthal und Ringenberg zwei außergewöhnliche Hochwässer innerhalb einer ca. zweiwöchigen Regenperiode mit Starkregenereignissen auf. Da sich alle Klimatologen einig sind, dass zukünftig Starkregenereignisse eher zunehmen, muss der Issel sowie den Bächen in ihrem Einzugsgebiet dringend mehr Raum gegeben werden, um zukünftig auftretende Hochwasser besser beherrschen zu können. Beim Kreis Wesel sind deshalb Maßnahmen, die einen Polder für das Isselwasser vorsehen, in Planung.

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Hochwasser und Kiesabbau?

Im Laufe der Veranstaltung wurden die Aktiven des BUND, sowie die Referentin von Wassernetz NRW von besorgten Bürgern aus dem Raum Ringenberg/Mehrhoog auf die Folgen des bereits erfolgten und noch geplanten Kiesabbaus für die Hochwasserereignisse an der Issel angesprochen.
Die Bürger äußerten ihre Sorgen dahingehend, dass bei Starkregen der Abfluss des anfallenden Regenwassers sowie des dann von der Issel herangeführten und in der Region verbleibenden Wassers (Versickerung, Deichbruch) in Richtung Rhein durch den Kiesabbau behindert werde und der Grundwasserpegel ansteige. Der Kiesabbau verändert die Hydrogeologie des Gebietes, da das Abfluss- und Sickerverhalten des herangeführten Wassers im lockeren Kies der Niederrheinterrasse ein anderes ist, als in den mit weniger durchlässigem Material verfüllten Baggerlöchern. Diese Verhältnisse wurden bisher vom Kreis Wesel – so schilderten sie uns – nicht berücksichtigt.  Erkenntnisse aus einer – bisher nicht in ausreichendem Maße erfolgten - Untersuchung der Hydrogeologie in diesem Gebiet, können so bei anstehenden Maßnahmen und geplantem Kiesabbau (Histenbruch) in dieser Region nicht einfließen.
Der BUND hat den Sachverständigen Dr. Gerdes deshalb beauftragt, als Ergänzung zur bereits abgegebenen Stellungnahme der Naturschutzverbände zur  geplanten Abgrabung Histenbruch, eine gutachterliche Stellungnahme zu hydrogeologischen und grundwasserhydraulichen Aussagen der Genehmigungsplanung zu verfassen. 

Renaturierungsmaßnahmen im Flusssystem der Issel bleiben wichtig

Der Kreis Wesel, die Biologische Station Wesel und die Naturschutzverbände haben das Hochwasserereignis des letzten Jahres nicht vergessen. So wurde am 18. Juni. 2017 auf einem Workshop des Kreises Wesel zur Verwendung von Ersatzgeld für Ausgleichsmaßnahmen im Naturschutz lebhaft über Maßnahmen an der Issel diskutiert. Die Teilnehmer sprachen sich in diesem Zusammenhang für Renaturierungsmaßnahmen entlang des Winzelbachs für ein Projekt, das mit Hilfe dieser Ersatzgelder (Eigenanteil von 20%) und weiteren Fördergeldern aus der Wasserrahmenrichtlinie (80%) finanziert werden soll, aus.

Der BUND vertreten durch die Kreisgruppe Wesel spricht sich dafür aus, dass die Wiederherstellung eines naturnahen Flusslaufs für die Issel und die Bäche in ihrem Einzugsbereich – wo immer möglich - im Sinne der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie erfolgen sollte. Hier ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig, insbesondere bei den betroffenen Landwirten, ohne deren Einverständnis eine Verbesserung der Situation an der Issel nicht zu leisten ist.  

Was bislang zum Hochwasserschutz veranlasst wurde

Seit Anfang Juli 2017 bestehen Verträge mit Landwirten im Bereich Hamminkeln [Vierwinden/ Landratsbrücke], die erlauben, dass ihre Wiesen im Falle eines erneuten Hochwassers geflutet werden können, d.h. es wurden sog. Polder ausgewiesen. Hier handelt es sich um einen rein technischen Hochwasserschutz. Eine Verbesserung der Situation an der Issel im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie wird mit dieser Maßnahme nicht erzielt.

 

 

 

Abgrabungen Histenbruch und Vissel - Süd: Gutachterliche Stellungnahme zu hydrogeologischen und grundwasserhydraulischen Aussagen der Genehmigungsplanung

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